Usbekische Tauben - узбекские голуби - The Uzbek Pigeons - Uzbek Kaptar
  Taubenzucht ,Fütterung und Mauser
 

Die Zuchtplanung

Je nach Rasse, Farbe, Zuchtziel, vorhandenem Tiermaterial und den Vorstellungen des Züchters ist in den Winterwochen das Zusammenstellen der Zuchttiere auf dem Papier längst vorgenommen worden. Der Zuchterfolg für ein ganzes Jahr ist von dieser Planung abhängig. Selbst unter Berücksichtigung aller Erkenntnisse über die Vererbung und trotz aller jahrzehntlanger Zuchterfahrungen wissen wir, wie im Laufe der Zuchtsaison aufgezogene Jungtiere aussehen werden und welche speziellen Eigenschaften sie haben werden. Es empfiehlt sich daher, bewährte Zuchtpaare zusammenzulassen und nicht dort zu experimentieren, wo keine Veranlassung dazu besteht. Schwierigkeiten beim Anpaaren kann es geben, wenn einer der Zuchtpartner noch zu jung und damit bei ihm somit keine Paarungswilligkeit vorhanden ist. In diesem Falle kann man nur solange warten, bis auch bei diesem Tier  die Geschlechtsreife eintritt. Sind alle Zuchttiere richtig auf die Paarungszeit vorbereitet, so ist ihr Geschlechtstrieb so gross, dass es kaum Mühe macht, die vom Züchter geplanten Anpaarungen vorzunehmen.

Die Anpaarung

Am Paarungstage werden die Zuchtpaare in ihren Nestern zusammengesetzt und dort einige Tage aus Futternäpfen gefüttert. Bei einigen Tieren klappt die Paarung bereits in den ersten Stunden, so das sie in der Nistschale miteinander spielen und der Täuber das Weibchen treibt. Manchmal ist die Paarung aber in den ersten 2 Tagen noch nicht so intensiv, dass sie nicht in Gegenwart anderer Weibchen wieder auseinandergehen könnte. Daher öffnet man die Nistzellen zunächst nur bei einzelnen Paaren, so dass sie vom Nest auf den Schlagfussboden und wieder ins Nest zurückfliegen können. Wissen sie erst einmal, wo sich ihr Nest befindet, so werdensie es gegen andere Tauben verteidigen. Ist das Nest in dieser Weise von einem Paar endgültig angenommen, so braucht es nicht mehr eingesperrt zu werden. Dann gibt man weiteren Paaren die Gelegenheit, sich frei im Schlage zu bewegen und das eigene Nest als Eigentum zu behaupten. In vielen Schlägen ist dieser Zustand nach 2-3 Tagen erreicht. Gehen neu verpaarte Tauben nach dem Öffnen der Nistzellen wieder zu ihren Vorjahrespartnern zurück, so muss man sie nochmals in ihre neuen Nester einsperren und abwechselnd herauslassen, da die Bindung des neuen Paares von Tag zu Tag intensiver wird. Bei fest verpaarten Tieren treibt nun der Täuber das Weibchen vor sich her. In der Nistschale lässt er sich vom Weibchen liebkosen, um anschliessend wieder mit lautem Imponiergehabe das eigene Nest zu verteidigen. Viele Tauben haben die Neigung, die oberen Nistzellen im Schlage anzunehmen, die man daher den stärksten und lebhaftesten Täubern überlassen wird. Da Nester auf dem Fussboden gern von starken, fremden Täubern aufgesucht werden, kann es zu Kämpfen in diesen Nestern kommen, wodurch leicht einmal ein Gelege zerstört wird. Bei wertvollen Zuchttieren bedeutet dies einen unwiederbringlichen Verlust.Andererseits haben auf Fussbodenhöhe brütende starke Täuber das Bestreben, den halben Schlagfussboden beherrschen zu wollen, was nur zu einer unnötigen Unruhe im Schlage führt. Damit die weiter brütenden Paare während der Brutzeit nicht unnötig gestört werden, ist es zweckmässig, die unteren Nistzellen erst ca. 40 cm über dem Fussboden beginnen zu lassen, der Raum darunter bleibt frei. Durch diese Bauweise wird die Bodenfläche nicht verkleinert. Sie lässt sich als durchgehend glatte Fläche auch besser reinigen. Den Tauben steht damit auf dem Schlagboden mehr Platz zur Verfügung.

Gelege


Angepaarte Tauben sind damit beschäftigt, in den Tagen nach der Paarung ihr Liebesspiel nach einem instinktmässig festgelegten Zeremoniell zu intensivieren. In den ersten Tagen liegt das Paar schmusend und gurrend in der Nistschale, oder der Täuber treibt sein Weibchen über den Schlagboden. Gehen die Tiere nach draussen, so fliegen sie gern paarweise auf, da der Täuber sich immer in der Nähe seines Weibchens aufhält. Der Täuber gurrthäufig und läuft um sein Weibchen herum, oder er wehrt mit lautem Gurren andere Tauben von seinem Weibchen ab. Kopfnicken und Federnputzen werden anschliessend von einem innigen Schnäbeln abgelöst, bis es bereits 3-6 Tage nach der Paarung zur Befruchtung kommt. Erfolgt die Befruchtung im Freien, so beginnt sie meistens mit einem Treiben des Weibchens durch den laut gurrenden Täuber. Nach häufigem Kopfnicken, Federputzen und Schnäbeln geht das Weibchen in Sitzstellung und hebt die Flügel ein klein wenig an, um für das Männchen eine bessere Plattform zu bilden. Der Täuber springt auf das Weibchen, das seine Kloake anhebt, während der Täuber sich flügelschlagend bemüht,meist von der rechten Seite her, zur Begattung in Kloakenberührung zu kommen. Sehen andere Täuber den Begattungsvorgang, so stürzen sie heran, um den Täuber durch Stossen und Drücken an seinem Vorhaben zu hindern. Die Störung misslingt fast immer. Nach der Begattung fliegt das Weibchen auf, der Täuber folgt ihr sofort. Sie fliegen einige Runden ums Haus, um anschliessend wieder ihr  Nest im Inneren des Schlages aufzusuchen. Die Begattung  erfolgt an mehreren Tagen  etliche Male, so dass bei gesunden Tieren eine Befruchtung der Eier  praktisch immer gegeben ist. In diesem Stadium, etwa am 4. bis 5. Tage nach der Paarung, beginnt das Paar mit dem Nestbau. Der Täuber schleppt langes Nistmaterial wie Stroh, Reisig, Grashalme, Bindfäden oder kleine Zweige aus der Umgebung des Schlages in das Nest hinein, wo das Nistmaterial vom Weibchen zu einem runden, gut geformten Nest zusammengebaut wird. Am 8. bis 9. Tag nach der Anpaarung folgt die Hackphase, in der der Täuber unentwegt hinter seinem Weibchen herläuft, um es mit dem Schnabel zu hacken. In dieser Phase kümmert sich der Täuber wenig um die anderen Schlaginsassen. Am 10. oder 11. Tag abends wird vom Weibchen das erste Ei in die Nistschale gelegt. Am nächsten und übernächsten Tage wird das Ei von beiden Tieren abwechselnd warmgehalten, aber noch nicht intensiv bebrütet. Am übernächsten Tage nachmittags erfolgt die Ablage des Zweiten Eies. Nunmehr setzt sich das Weibchen fest auf beide Eier, die von Zeit zu Zeit von ihr gewendet werden. Der Täuber übernimmt das Brutgeschäft am Vormittag für einige Stunden, damit das Weibchen Nahrung aufnehmen, ums Haus fliegen und sein Gefieder putzen kann. Bei einigen Paaren erfolgt die Ablösung nur einmal am Tag, bei anderen drei- und viermal täglich. Es mscht den Tauben nichts aus, wenn man Gelege umlegt oder nur ein Ei im Nest belässt, bzw. die Eier entfernt und durch Gipseier ersetzt. In jedem Falle wird das Gelege 18 Tage lang bebrütet, jedoch nach 20 Tagen endgültig verlassen, wenn keine Jungen geschlüpft sind. Durch Umlegen von bereits drei Tage lang bebrüteten Eiern ist es möglich, Jungtiere nach 15 Bruttagen schlüpfen zu lassen. Eine weitere verkürzung der Brutzeit ist nicht anzuraten, da sich dann noch kein Kropfschleim bei den Elterntieren gebildet hat und die Jungen verhungern müssen. Es gibt aber genügend Fälle, in denen es angebracht ist, Eier umzulegen und die Jungen durch Ammen aufziehen zu lassen. Bei extremen Kurzschnäblern ist die Ammenaufzucht ja ohnehin eine Selbstverständlichkeit. Auch kann man Eier eines bewährten Zuchtpaares einem anderen Paar unterlegen, dessen Eier sich im gleichen Stadium der Brut befindet, damit das bewährte Paar erneut zur Brut schreitet. So kann man wertvolle Zuchtpaare stärker vermehren und den Zuchtfortschritt beschleunigen; die Wahrscheinlichkeit der Züchtung von Spitzentieren wird grösser.

Aufzucht





Meistens schlüpfen die beiden Jungen mit wenigen Stunden Abstand. Doch lässt sich in vielen Fällen feststellen, das ein Jungtier etwas grösser ist als das andere. Die Meinung, dass es sich bei dem kleineren Jungtier um das Weibchen handelt, ist nicht richtig, da der kleine Unterschied auch zu erkennen ist, zwei Täuber oder zwei Weibchen im Nest liegen. Durch die Fütterung mit dem eiweissreichen und fettreichen Kropfschleim zeigen die Jungtauben in den ersten Lebenstagen ein enormes Wachstum. Bereits nach 24 Stunden haben sie ihr Körpergewicht verdoppelt. Nahezu die Hälfte des Körpergewichtes macht der Kropfschleim in ihren Kröpfen aus. So wachsen sie von Tag zu Tag sichtbar heran. Bereits nach 5 Tagen können weisse Federspiele von dunklen unterschieden werden. Nach 8 bis 9 Lebenstagen ist die Federfarbe des Jungtieres wahrnehmbar. Im Alter von 5-8 Tagenmüssen die Jungtiere beringt werden, da die Füsse so schnell wachsen, dass ein Beringen wenige Tage später nicht mehr möglich ist. Es hat sich bewährt, den Fuss beim Beringen mit Vaseline einzureiben, damit der Ring ohne Mühe über die zarten Zehen hinweggleitet. Werden die Jungen sehr früh beringt, so sollte man in den nächsten Tagen kontrollieren, ob die Ringe noch am Fuss vorhanden sind, um keine unangenehme Überraschung zu erleben. Etwa ab dem 6. Lenestag beginnen die Eltern, neben dem Kropfschleim auch Körner zu verfüttern. Auch jetzt besteht das halbe Körpervolumen noch aus dem Kropf des Jungtieres. Wenn die Federspielen nach 7-8 Lebenstagen aufbrechen und die Federn beginnen den ganzen Körper abzudecken, entwickeln die Jungtauben in Verbindung mit der beginnenden Körnerfütterung soviel Eigenwärme, dass sie sich gegenüber der kälteren Umgebungsluft behaupten können. Im zeitigen Frühjahr bei kalter Aussenluft ist es immer besser, zwei Junge statt einem Einzeltier aufzuziehen. Sie können sich dann gegenseitig wärmen, wenn die Eltern ab dem 8./9. Lebenstag das Nest verlassen und die  Mutter sich nur noch nachts schützend und wärmend auf die Jungen setzt. Bereits am 12. bis 14. Lebenstag der Jungenbeginnen die Alttiere wieder erneut zu treiben, so dass am 20. Lebenstag der Jungen in einer danebenstehenden Nistschale das nächste Gelege bereits bebrütet wird. Mit 22 Tagen beginnen die Jungtiere zu laufen, so dass sie die Nistschale verlassen, aber immer wieder in sie zurückkehren. Führt man eine Zellenfütterung durch, so lernen sie bei den Eltern vorzeitig das Fressen aus dem Zellennapf. Die Reinigung der Nester während der Aufzucht ist bei dem grossen Kotanfall eine Selbstverständlichkeit. Es hat sich bewährt, Zeitungspapier oder anderes saugfähiges Papier unter die Nistschalen zu legen und täglich zu erneuern. Mit 24 bis 28 Tagen werden die Jungtiere in den Jungtierschlag abgesetzt, so dass die Eltern sich voll und ganz dem neuen Gelege widmen können.

Absetzen der Jungtiere






Wenn es sich einrichten lässt, setzt man die Jungtauben gleich nach der Fütterung ab, damit sie sich mit vollem Kropf an die neue Umgebung gewöhnen können. Von nun an müssen sie ihre Nahrung selbst aufnehmen. Das Futter wird ihnen in einem grossen Futtertrog angeboten. Beginnt ein Tier mit dem Fressen, so kommen auch die übrigen gelehrig heran. Trinkgefässe für die ersten Tage müssen offen und gut sichtbar aufgestellt werden. Es kann zweckmässig sein, die abgesetzten Jungtauben in den ersten 3 Tagen mit dem Schnabel an die Tränke heranzuführen. Haben sie einmal das Saufen gelernt, braucht man es ihnen nicht noch einmal zu zeigen. Zum Angewöhnen an die Aussenwelt sind Jungtierschläge mit einem Ausflug in Höhe des Schlagfussbodens ideal. Hat er draussen ein grosses Anflugbrett mit einem Drahtkäfig, so können die Jungen, noch nicht ganz flugfähig, bereits nach draussen gehen, um sich über die Umgebung zu orientieren. Nach 30 bis 34 Tagen sind sie flugfähig und werden die ersten Flugversuche unternehmen. Bereits an die Umgebung gewöhnt, macht es ihnen keine Mühe in den Schlag zurückzukehren. Man lässt die Jungtiere hungrig nach draussen gehen, um sie nach dem Freiflug zu füttern. So kann man alle Tiere schnell daran gewöhnen, nach dem Rundflug sofort in den Schlag zurückzukehren, so dass es zu keinem stundenlangen Herumsitzen vor dem Schlage kommt. Da Jungtauben nur geringe Abwehrkräfte gegen alle möglichen Krankheiten besitzen, ist es wichtig, sie in den nächsten Wochen und Monaz´ten genau zu beobachten und rechtzeitig entsprechende Kuren und Impfungen gegen Würmer, Kokzidien, Trichomonaden, Pocken, Paramyxovirus und Salmonellen durchzuführen. Wachsen die Jungtauben gesund und in einer hygienisch einwandfreien Umwelt heran, so haben sie sich bis zu Beginn der Austellungssaison zu Prachtexemplaren entwickelt.

Jungtauben

  • 4 Tage vor dem Absetzen:
    Noch im Nest werden die Jungtiere gegen die Paramyxovirus-Infektion mit chevivac-P200 schutzgeimpft (siehe Impfplan Paramyxovirus). Dieser Zeitpunkt hat sich am besten bewährt.

    Bei den ersten Anzeichen der Jungtaubenkrankheit sofortige Behandlung mit adenosan (siehe Behandlungsplan Jungtaubenkrankheit).
  • Ab dem Absetztag:
    Zur Stärkung der körpereigenen Widerstandskraft und besseren Überwindung des beim Absetzen üblichen Entwicklungsknicks erhalten die Jungtauben 5 Tage lang livimun® in der Tränke, anschließend 1 Tag vitin®.
     
  • Während der Wachstumszeit:
    Zur Verhütung von Skelettschäden (z.B. Brustbeinverkrümmung) sowie zur Förderung der Entwicklung erhalten die Jungtauben vitin® und miral.
     
  • 6. Lebenswoche:
    Ca. 20 Tage nach der Paramyxovirus-Impfung beginnt die vorbeugende Behandlung mit chloramphenicol-N (siehe Impfplan Salmonellose).
  • 7. Lebenswoche:
    11 Tage später erfolgt die Schutzimpfung gegen Salmonellose mit chevivac-S (siehe Impfplan Salmonellose).
  • Etwa 9. Lebenswoche:
    Entwurmung mit ascapilla® nur bei nachgewiesenem Wurmbefall (siehe Behandlungsplan Wurmbefall). Dies ist der letztmögliche Zeitpunkt, bevor die Hauptschwingen erneuert werden. Vorsicht Federschäden möglich!
  • Nach den ersten Ausflügen:
    In Beständen, in denen im Vorjahr die Jungtaubenkrankheit aufgetreten ist, empfiehlt sich, eine Behandlung mit adenosan über 7 Tage, beginnend 3 Tage vor der vorbeugenden Kur gegen Trichomonaden mit chevi-col®+ (siehe Behandlungsplan Trichomoniasis). Diese Maßnahme ist wichtig, um Sekundärerkrankungen als mögliche Folge eines Trichomonadenbefalles zu verhindern.
  • Vorbereitung auf die Jungtaubenflüge:
    Rechtzeitig vor Beginn der Flüge Gesundheitskontrolle durchführen:
    Untersuchung von Einzeltieren durch den Tierarzt.
    Abstriche: Kropf, Kloake
    Kotprobenuntersuchung: Über 3 Tage, sowohl morgens als auch abends den Kot sammeln.

    Wird eine Krankheit festgestellt, entsprechend dem jeweiligen Behandlungsplan vorgehen. Mögliche Krankheitsursachen abstellen (Verbesserung der Haltungsbedingungen).
  • Kurz vor Beginn der Jungtaubenflüge:
    In Problembeständen, in denen der "Gelbe Knopf" verstärkt auftritt, muß die Behandlung gegen Trichomonaden mit chevi-col®+ wiederholt werden (siehe Behandlungsplan Trichomoniasis). Auch in diesem Fall ist eine Behandlung mit adenosan über 7 Tage, beginnend 3 Tage vor der vorbeugenden Kur gegen Trichomonaden mit chevi-col® durchzuführen.
  • Zur Beachtung:
    Wenn die Paramyxoschutzimpfung nicht bis zum Alter von 21 Tagen durchgeführt werden kann, sondern erst zu einem späteren Zeitpunkt, empfiehlt sich eine vorsorgliche Behandlung mit adenosan (siehe Jungtaubenkrankheit), beginnend 3 Tage vor der Impfung bis 4 Tage nach der Impfung. Zwischen den Impfungen gegen Paramyxovirose und Salmonellose sollten mindestens 4 Wochen liegen.

Umpaaren

Für den Züchter gibt es immer wieder Situationen, in denen ein Umpaaren von Tauben notwendig ist. Will man bei 2 Zuchtpaaren die Partner tauschen, so muss man nach dem Absetzen der Jungtiere Täuber und Täubinnen eine Woche lang ausser Sichtweite trennen, um anschliessend die Paare im jeweiligen Nest des Täubers neu zusammenzusetzen. Am besten gelingt die Umpaarung, wenn eines der beiden Paare in einem anderen Schlage gehalten wird, damit die Weibchen nicht zu ihren alten Partnern zurückkehren können. Soll ein neues Weibchen mit einem Zuchttäuber die nächste Brut bestreiten, so sollte es vorher mindestens eine Woche lang nur mit Täubinnen oder Jungtauben zusammengehalten werden, damit es vorher keine Gelegenheit hatte, sich anzupaaren. Nimmt man vom bestehenden Zuchtpaar beim Absetzen der Jungtiere das Weibchen und die Eier weg, so wird sich der Täuber bereits in den nächsten Tagen dem neuen paarigen Weibchen zuwenden und mit íhr zur nächsten Brut schreiten. Entfernt man den bisherigen Täuber und belässt das alte Weibchen in ihrer Nistzelle, so ist es immer zweckmässig, einen neuen Täuber erst nach einigen Tagen zum Weibchen zu setzen, da ein Weibchen  länger als ein Täuber das Nest verteidigtund nicht sofort einen neuen Partner annimmt. Züchter, die solche Veränderungen während der Brut vornehmen, werden sehr bald merken, dass es bei den Tauben erhebliche individuelle Unterschiede in ihren Reaktionen und ihrem Verhalten gibt; doch wird die züchterische Möglichkeit  der Zuchtauswahl durch solche Massnahmen zweifellos um ein erhebliches vergrössert. Ausserdem werden die Erkenntnisse über das Verhalten der Tauben bedeutend erweitert, was die Zucht nur interessanter macht. Die Anzahl der Zuchten pro Jahr ist unterschiedlich, sie hängt auch von der Rasse, ihrem Bruttrieb und ihrem Aufzuchtvermögenab. Selbst bei optimaler Haltung und Ernährung werden die Elterntiere bei jeder Brut und Aufzucht körperlich stark belastet. Am deutlichsten tritt dies bei Wettflugtauben zutage, die mit Brut- und Aufzucht beschäftigt, niemals dauernde Spitzenleistungen bei Wettflügen vollbringen. Normalerweise werden die Männchen und Weibchen spätestens bei der Wintersonnenwende getrennt und Anfang März angepaart. Bis zum September haben sie dann vier bis fünf Bruten aufgezogen. Will man keine Spätbruten aufziehen, so werden die Brutpaare bereits nach der dritten Zucht getrennt und damit das Brutgeschäft unterbrochen. Sollten die Weibchen anschliessend weitere Eier legen, werden diese entfernt. Spätbrutjunge sind vor allem für Ausstellungen problemstisch, weil sie sich bis zur Ausstellungszeit noch nicht voll enrwicklt haben. Für züchterische Zwecke können sie allerdings sehr wertvoll sein, da sie im nächsten Frühjahr voll zuchtfähig sind. Bei schweren Rassen werden, um bei Junggeflügelschauen im Oktober ausstellungsreif zu sein, Frühbruten bevorzugt.

Winteraufzucht


Grundsätzlich ist es kein Problem, bereits im Spätherbst oder im Winter mit der neuen Zucht zu beginnen, wenn die entsprechenden Voraussetzungen erfüllt sind. Erste Voraussetzung: Der Bruttrieb wird durch die Tageslänge entscheidend beeinflusst. Wer Winterzuchten will, muss seine Tiere dementsprechend beleuchten. Durchweg genügt es, das Tageslicht durch künstliche Beleuchtung so zu ergänzen, dass die Tauben 12 Stunden Licht pro Tag haben. Dauerbeleuchtungen sind abzulehnen. Die Beleuchtungszeiten lassen sich durch Schaltuhren seht einfach einstellen. Zweite Voraussetzung: Alle Zuchtmassnahmen müssen auf die kalte Jahreszeit Rücksicht nehmen. Nur in den wenigsten Fällen sind geheizte Räume vorhanden. Bei kaltem Winterwetter sind beheizbare Nistschalen erforderlich, damit vor allem die kritische Zeit, wenn die Eltern die Jungen nicht mehr ständig wärmen, gut überstanden wird. Auch verlieren die Jungen ohne beheizbare Nistschale zuviel Energie für die Erhaltung der Körpertemperatur, die dann nicht mehr zum Wachstum ausreicht. Bei mildem Winterwetterkann es natürlich auch einmal ohne beheizbare Schale gutgehen, doch sollte man sich bei ständiger Winterzucht hierauf nicht verlassen. Um die Brutfolge nicht zu verzögern, sollte immer rechtzeitig, wenn die Jungen etwa eine Woche alt sind, eine zweite Nistschale zur Verfügung stehen, damit das nächste Gelege wieder vorbereitet werden kann. Will man von einem wertvollen Zuchtpaar besonders viele Jungtiere aufziehen, so ist dies natürlich auch durch Umlegen der Eier in Nester anderer Paare möglich, da das Zuchtweibchen dann nur noch zu legen braucht. Auch kann man für diese Zwecke die Weibchen austauschen. Voraussetzung ist natürlich, dass genügend andere Paare den gleichen Zuchtstand haben und die Aufzucht damit weitgehend abgesichert ist. Sollen Küken aus fremden Eiern nur zwei Tage später schlüpfen als die Küken aus den selbst gelegten Eiern, so läuft das brütende Paar vom Nest und das Gelege geht verloren, wenn man die erkalteten Eier nicht sogleich einem geeigneteren Paar unterlegt; eine Abkühlung bis auf 12 Grad Celsius wird gut vertragen. Schlüpfen aber die Küken zu früh, können sie von  den Ammeneltern noch nicht mit Kropfmilch versorgt werden. Eine Aufzucht mit Eidotter ist möglich, aber mühsam.

Mauser



Der Körper der Taube ist fast überall mit Federn bedeckt;
nur einige wenige Körperteile, wie der Hornschnabel, sind
unbefiedert.
So hält das Federkleid durch die Lufthülle den Körper warm
weil es die Wärmeabgabe der Haut vermindert.
Das Federkleid mildert auch Stöße und schützt vor Verletzungen.
Das Federkleid der Taube bleibt nicht auf Lebenszeit
dasselbe, sondern wird einmal im Jahr erneuert.
Zum Herbst hin verlieren die Tauben nacheinander Feder auf
Feder. Sie werden aber rasch wieder ersetzt.
Die Tiere sind nie ganz ohne Federn.
Dieser Federwechsel heißt Mauser.
Die Mauser nimmt die Vögel ziemlich mit; sie sind nicht so lebhaft
sind flugunlustig und halten sich mehr im Taubenschlag auf.
Der Stoffwechsel der Tauben wird stark beansprucht .

 
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